Stadtinfos

Mosonmagyaróvár liegt an der Dreiländergrenze von Ungarn, Österreich und der Slowakei. Genaugenommen liegt die Stadt mit etwa 31.000 Einwohnern auf der Kleinen Tiefebene an den Ufern der Donau und der Leitha (und nahe der internationalen Hauptstraße E-60).

Der Standort wurde auf Grund der geographischen Gegebenheiten gewählt. Liegt er doch an der Hauptverkehslinie von Ost nach West. Schon 50 - 400 nach Christi war hier eine römische Garnison mit der zugehörigen Bürgerstadt zu finden, war doch an dieser Stelle der einzige schmale Übergang durch das Sumpfgebiet entlang der Donau.

Der Name ”Magyaróvár” (was soviel bedeutet wie ”ungarisches Altenburg”) wird erstmals 1264 erwähnt. Der Name “Moson” kam erst später als ”Miesiengenburch” dazu (daraus formte sich im Laufe der Jahrhunderte der Name Wieselburg).

Da die Lage der Stadt strategisch so wichtig war, gab es hier schon vor der Landnahme durch die Ungarn immer eine Festung. Während der Kreuzzüge (11.-12. Jhdt.) befanden sich hier Lager für 30-40.000 Soldaten. Dabei marschierten die Kreuzritter auf dem selben Weg wie schon vor ihnen die Römer und nach ihnen die gegen Wien marschierenden Türken. Während des Tartarenzuges 1242 flüchtete die Bevölkerung in die Burg. 1271 wurde die Palisadenburg mit Erdschanzen niedergerissen und nie wieder aufgebaut. Nach dem Tartarenzug wurde die benachbarte Burg, welche auch stark beschädigt wurde, neu befestigt. Die Stadt wurde durch die Türken mehrmals zerstört (1529, 1594 und 1683). Auch durch die Truppen von Napoleon wurde die Stadt besetzt (1809). Die folgenden Friedensverhandlungen zwischen Franzosen und Österreichern wurden hier abgehalten. Die Unterkünfte der Außenminister von Österreich, Rußland und Frankreich wurden in der Burg sowie in zwei Bürgerhäusern eingerichtet.

1354 bekam die Stadt von Erzsébet Lokietek (der Mutter von Ludwig dem Großen) das Stapelrecht. Damit konnten alle fahrenden Händler gezwungen werden, ihre Waren auf dem Marktplatz zum Verkauf anzubieten.

Ab 1529 wurden Burg und Landgüter zum Besitz der Habsburger. Von 1763 bis 1945 waren sie in deren Privatbesitz.

Am Beginn des 19. Jhdts. wurden die Stadtmauern niedergerissen, um die bauliche Ausdehnung der Stadt zu ermöglichen (obwohl diese Grenze bis zum Ende des Jhdts. nicht überschritten wurde). Die Bástya utca (Basteigasse) erinnert noch heute an die ehemalige Stadtmauer und in der Linhardt utca wurden die Reste der mittelalterlichen Stadttore ausgegraben.

Als Teil der allgemeinen Entwicklung wurde 1739 ein Piaristengymnasium und 1818 ein höheres landwirtschaftliches Lehrinstitut eingerichtet. Während Magyaróvár Schul- und Komitatstadt war, war Moson die landwirtschaftliche Großgemeinde der reichen Händler. Den Reichtum der Stadt sicherte der Handel mit Vieh (das in großen Herden nach Wien getrieben wurde) und dem Getreide, dass auf dem Wasserweg bis hierher befördert und hier zwischengelagert wurde. Als 1852 die Eisenbahn gebaut wurde, war diese Rolle nicht mehr von Bedeutung.

Während der Vorbereitungen zum 1. Weltkrieg wurde hier die größte Schießpulverfabrik der Monarchie errichtet. Das führte in Folge zu einer beträchtlichen Industrialisierung. Im Jahre 1905 wurde die gemeinde Lucsony angegliedert und 1939 wurden Moson und Magaryóvár dann, nach mehrjähriger Vorbereitung, zusammengelegt.

Die Errichtung des Eisernen Vorhangs nach dem 2. Weltkrieg dämmte die weitere Entwicklung der Stadt stark ein. Auch die Revolution mit ihren Folgen 1956 war ein schwerer Schock für die Stadt. Erst in den 70er Jahren begann ein neuer Aufschwung.

Heute gehört die Stadt zu den 16 historischen Städten Ungarns. Es ist eine Stadt mit bedeutender Industrie, Landwirtschaft, Badetourismus, lebendigem Fremdenverkehr sowie einem entwickelten Handels- und Dienstleistungsnetz, in welcher auch ein sehr lebendiges gesellschaftliches Leben stattfindet.


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